Bereits im Jahre 1717 wurde die Konzessionsurkunde für eine “negst am Dorff Barßel” zu erbauende Kirchenmühle ausgestellt. Diese 1720 erbaute Bockwindmühle ist im Jahre 1852 abgebrannt Als Ersatz  wurde 1854 eine Holländerwindmühle erbaut, die einen Roggen-, einen Weizen- und einen Peldegang sowie einen Ölschlag hatte.

Im Jahre 1890 hat Hermann Ebkens die Mühle nach erneutem Brand von  der Kirchengemeinde Barßel käuflich erworben. Sie wurde beim Wiederaufbau um ein Stockwerk erhöht und bekam eine Mühlenflucht von 22 m. Seit dieser Zeit ist der 3-stöckige Galerieholländer im Besitz der Familie Ebken.

Hermann Ebken baute auch das östlich von der Mühle gelegene Müllerhaus (das heutige Restaurant). Im Jahre 1905 wurde direkt neben der Mühle auf der entgegengesetzten Seite ein Gebäude für eine  Dampfmaschine errichtet, so dass die Mühle vom Wind unabhängig wurde. Urkunden über die Genehmigung durch das Großherzogliche Amt Friesoythe vom September 1905 sind noch im Staatsarchiv Oldenburg einsehbar.

Im 2. Weltkrieg wurde der Betrieb bei Wind zeitweilig nur noch mit 2 Flügeln, ansonsten mittels Elektromotor aufrecht erhalten. Der  Mühlenbetrieb in Verbindung mit Landhandel und Futtermittelverkauf wurde 1965 aufgegeben.

In ihrer Gesamtanlage bildet die Mühle mit Maschinenhaus (Dampfmühle, Müllerhaus und Stallungen) heute  ein Baudenkmal, das in seiner Art in unserer Region wohl einzigartig sein dürfte, da in den technischen Anlagen der Übergang von reiner Holzbauweise zur Verwendung von Eisenguß-Werkstoffen deutlich hervortritt.

Der 3-stöckige Galerieholländer unterscheidet sich von den Mühlen der Region deutlich in den folgenden Punkten:

äußerlich auffallend ist eine hölzerne Treppe zur l. Etage sowie ein Balkon im 2. Stockwerk;
der Achtkant ist nicht, wie sonst üblich, aus Holz, sondern gemauert und verputzt mit weißem Anstrich;
das gehende Werk (Wellen und Räder) sind überwiegend aus Gußeisen, nur teilweise mit Holzkämmen;
der Antrieb der drei noch erhaltenen Mahlgänge ist nicht, wie üblich von oben her, sondern  geschieht von unten, Schaltung durch Handräder;
im Erdgeschoß, in welches noch eine Antriebswelle aus dem Maschinenhaus hineinreicht, ist noch ein kompletter Ölschlag mit Kollergang und Stampfwerk erhalten;
durch alle Etagen zieht sich ein Fahrstuhl bis unter die Kappe;
auch ein Bürstenreiniger und ein Sechskantsichter sind noch vorhanden.
Leider ist keine der vorgenannten Einrichtungen betriebsfähig. Im Frühjahr 1995 zerfetzte ein Gewittersturm die Flügel der Windrose. Untersuchungen ergaben, daß auch die gesamte Kappe renovierungsbedürftig war. Die Gemeinde Barßel, die seit 1979 einen Nutzungsvertrag mit den Erben Ebken hat, beauftragte die Holzbaufirma Timm aus Waddeweitz / Kreis Lüchow-Dannenberg mit den Renovierungsarbeiten. Die  Kappe mußte bis auf wenige Dachsparren völlig erneuert werden, die Holzabdeckung (vorher Pappe) wurde mit Blechschindeln gedeckt und mit einer neuen Windrose versehen, deren Bockgestell aus Stahl wieder durch die ursprüngliche Holzkonstruktion ersetzt wurde.

Am 25. Oktober 1995 konnte die ca. 16 Tonnen schwere Kappe wieder aufgesetzt werden, und schon einen Tag später konnte Bauleiter Peter Fritz letzte Hand beim Einbau der Segelflügel anlegen. Der Umgang um die Kappe wurde nicht wieder angebaut.

Weitere Informationen und Buchungen erhalten Sie beim Touristikverband Barßel-Saterland unter der Rufnummer 04499-938080 oder unter www.barssel-saterland.de